Wie hält man Energie fest?

Natürlich kann man Energie nicht anbinden, aber man kann Energie "einsperren". Jeder hat schon einmal eine Thermoskanne benutzt, in der Kaffee oder Tee über viele Stunden heiß geblieben ist.

Bleibt man bei diesem Beispiel, so entspricht ein herkömmliches Haus einer Kaffeetasse, die auf einem Tisch steht. Schon nach kurzer Zeit ist der Kaffee kalt. Ebenso ist im Winter ein herkömmlich gebautes Haus schnell ausgekühlt.

Wenn man das Prinzip der Thermoskanne auf ein Haus übertragen möchte, dann muss man das Haus gut isolieren (siehe Dämmung). Doch Isolierung alleine genügt nicht. Es darf auch keine Luft durchziehen, denn so wie das Blasen über den Suppenlöffel die Suppe abkühlt, so kühlen Durchzug und undichte Fenster das Haus aus.


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Die Energie lässt sich also nur festhalten, wenn keine Luft unkontrolliert "durchzieht" und auch alle Außenflächen gut isoliert sind. Das bezieht sich nicht nur auf Wände, sondern auch auf Fenster, durch die gewöhnlich ein großer Teil der Energie verloren geht (siehe Dichtung).

Dichte Bauweise, gute Wanddämmung und 3-fach verglaste Fenster bieten gute Voraussetzungen, um möglichst viel Energie festzuhalten.

Natürlich könnte man in einem "dichten" Haus langfristig nicht leben, denn irgendwann wäre der Sauerstoff aus der Luft verbraucht. Daher wird die Luft in Passivhäusern kontrolliert mit einer Lüftungsanlage ausgetauscht. (siehe Lüftung).

Galerie Passivhaustechnik

         

Dämmung

Die Wände eines Passivhauses kann man grundsätzlich mit verschiedenen Materialien bauen. Es kommt alleine auf die Wärmedämmung und die Luftdichtigkeit an. Wir haben uns für eine Holzständerbauweise mit Zellulosedämmung aus Altpapier entschieden. Die Außenwände werden damit gut 40 cm dick. Das gehäckselte Altpapier wird mit großem Druck in die Leeräume eingeblasen. Natürlich benötigt man für die Innenwände nur eine Akustikdämmung - sie fallen daher mit 12cm schon deutlich schmaler aus.

Die Fenster müssen ebenfalls sehr gut isolieren, deshalb wird hier eine Dreifachverglasung mit einem u-Wert von weniger als 0,8 eingesetzt. Die Fensterrahmen fallen zwar aufgrund des Gewichtes der Scheiben und der Verzugsfestigkeit etwas kräftiger aus, aber dafür kann man sich auch mehr Fensterfläche leisten. Wenn man versucht, ökologisch zu bauen, dann sind auch Tropenhölzer und Kunststoff tabu - so wollen wir es dann auch halten, und Holz-/Aluminiumrahmen verwenden.

Dichtung

Wer schon mal im Winter vor einem gekippten Fenster gesessen hat, der weiß, wieviel Kälte da eindringen kann - und noch schlimmer - wieviel Wärmeenergie dadurch verloren geht. Es ist daher elementar wichtig, dass das Haus richtig dicht ist. Nicht nur, dass die Fenster perfekt gearbeitet sind, sich nicht verziehen und nicht gekippt werden - nein, das ganze Haus wird nahezu perfekt abgedichtet. Poröse Wände werden mit einer dichten Folie verkleidet - durch keine Steckdose zieht auch nur ein Lüftchen.

Wenn das Haus fertiggestellt ist, wird ein sogenannter "Blower-Door-Test" feststellen, wieviel Luft noch unkontrolliert das Haus verläßt. Bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal darf dann bei einem Passivhaus in einer Stunde nur noch 60% Luftvolumens des Gebäudes entweichen. Für die Raucher ist das die Gelegenheit, für "einen guten Zweck" mal mit der Zigarette in der Hand durch das Haus zu gehen und mit dem Zigarettenqualm undichte Stellen zu suchen ;-)

Lüftung

Wenn das Haus dann so wunderbar dicht ist, wird leider die Luft nur dann gut bleiben, wenn sich niemand darin aufhält - das entspricht natürlich nicht ganz dem Zweck eines Hauses. Die Luft muß also ab und zu ausgetauscht werden. Schade ist nur, daß die Luft eine Menge Energie in sich trägt.

Das Problem läßt sich dadurch lösen, daß kontrolliert mit System gelüftet - genauer gesagt belüftet wird. Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher sorgt dafür, daß gut 90% der Energie der Abluft wieder der Frischluft zugeführt werden. So wird zwar alle 3 Stunden die ganze Luft im Haus aktiv ausgetauscht, die meiste Energie bleibt dabei aber drinnen.

Wenn man dann noch dafür sorgt, daß die einströmende Luft durch das Erdreich vortemperiert wird - im Winter angewärmt, im Sommer leicht gekühlt - dann ist die aktive Lüftungsanlage ein Segen. Wir sind gespannt, wie gut das funktionieren wird: permanent frische Luft ohne Kälte bzw. Hitzeeinbrüche.

das Material zur Dämmung der Außenwände ist Zellulose
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